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Während der vergangenen Tage habe ich mich während einiger Alltagssituationen dabei ertappt, dass ich manchmal etwas überzogen auf Körperkontakt zu anderen Menschen reagiere. In der U-Bahn berührte mich jemand unabsichtlich leicht an der Hand und ich riss die Hand zurück, als hätte ich mich verbrannt. Natürlich konnte ich ein gewisses Schamgefühl nicht verhehlen und hoffte, die betreffende Person hätte meine Abwehrgeste nicht gesehen.
Heute im Zug saß jemand neben mir. An und für sich schon eine Situation, der ich nicht besonders viel abgewinnen kann. Zugegeben, der Herr stank aus allen Poren nach abgestandenem Zigarettenqualm, aber auch wenn er es nicht getan hätte, wäre ich bis ganz ans Fenster gerückt. Ich hab ihm wohl auch beim eiligen Herunterklappen der Armlehne zwischen uns ein bisschen den Ellenbogen angehauen.
Umgekehrt habe ich Freunde, die keinerlei Probleme haben Fremden etwas näher zu kommen. Beispielsweise, wenn sie ihnen etwas erklären wollen. Eine Freundin legt dabei sogar ganz gern ihre Hand vertraulich auf anderer Leute Arme/Schultern. Ich, hingegen, habe sogar Probleme bestimmte Freunde zu umarmen und benehme mich dabei sehr linkisch.
Wie ist es mit euch? Wie groß ist euer Intimitätsradius und was haltet ihr darauf basierend von physischem zwischenmenschlichem* Kontakt?
* Sagt mal, schreibt man hier nach aktueller Rechtschreibung zwischenmenschlicheN oder zwischenmenschlicheM? _________________ Onto gleaming leaves your laughter gently falls
Kopfflimmern (Blog) |
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sangfroid
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Do Aug 20, 2009 14:53
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was du da beschreibst, kenne ich von mir selbst gut. ich kann es oft gar nicht abhaben, zB in einem vollen Zug oder Bus mit Menschen Haut auf Haut zu stehen. ganz komisch, das fühlt sich an wie "die Wände kommen näher", ich möchte dann oft am liebsten weglaufen.
wenn mir Leute, die ich nicht oder kaum kenne, beim Gespräch oder aus "Vertraulichkeit", in irgendeiner Weise an die Schulter packen oder mir vor dem Gesicht rumwedeln, kann ich schonmal ziemlich aggro werden. oft ziehe ich dann auch ruckartig meine Hand weg oder lege einen entsprechend schroffen Tonfall an den Tag. teils ist mir in solchen Moment wirklich schon ungut mein Mundwerk ausgerutscht...
wirklich engen Körperkontakt, was für mich schon bei ner intensiveren Umarmung anfängt, kann ich nur mit meinem Kerls und ganz wenigen meiner Freunde ertragen. wobei das hier nicht unbedingt was mit der grundsätzlichen Sympathie zu tun hat, ich kann mich teils von Leuten, mit denen ich seit Jahren eng befreundet bin, nicht anfassen lassen. _________________ "better leave this plane before I crash down" (Nova International - Fly Away) |
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Assurnasirabal
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Do Aug 20, 2009 19:47
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ich bin da wohl ein bisschen anders. leute dich ich mag, die muss ich einfach umarmen, auch wenn ich sie noch nicht lange kenne bzw gerade erst kennengelernt habe. mit meinen besten freunden kuschel ich gern, ich werd gern in den arm genommen und wenn ich mit freunden durch die stadt gehe, dann nehm ich sie gern an die hand.
bei fremden menschen hab ich auch kein so großes problem berührt zu werden. durch meinen job muss ich oft älteren menschen beim anziehen oder beim treppe steigen helfen. auch lege ich menschen, die traurig sind, gern tröstend die hand auf die schulter.
früher war das anders. da mochte ich es auch nicht, wenn fremde menschen neben mir saßen. ich weiß auch nicht was der auslöser dafür war, dass sich das so geändert hat. ich glaube, ich mach mir da einfach weniger gedanken drum. es ist unwichtig geworden. _________________ An eye for an eye makes the whole world
look funny because nobody has eyes. |
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Asrai
Admin
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Fr Aug 21, 2009 20:29
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umarmen ist eigentlich kein Problem, allerdings finde ich es seltsam, wenn mich fremde Menschen umarmen, die ich noch gar nicht kennengelernt habe. z.b. freunde von freunden zur bergrüßung, das mag ich nicht. für was ist diese umarmung? das fühlt sich eher so pflichtmäßig an. das heißt also, ich habe keine berührungsängste, aber ich verstehe es manchmal nicht. oder so.
ich umarme menschen von mir aus grundsätzlich nur dann, wenn ich sie auch mag.
manchmal merke ich aber, dass ich es komisch finde, im bus oder irgendwo berührt zu werden von fremden menschen, aber dann denke ich mir, der mensch, der mich da berührt, dem macht das ja anscheinend auch nichts aus, da muss ich mich nicht so anstellen.
zu deiner rechtschreibfrage: keine ahnung. leider. _________________ Wenn ich jemanden sehe, der etwas erlebt, erlebe ich es dann auch?
Bánk
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Elin
Moderator
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Fr Aug 21, 2009 21:31
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ich glaube das kommt auch auf die kultur an aus der man kommt. in der jüdischen kultur gibt es bestimmte regeln de einfach gelten. wir liberale sehen das etwas anders aber zb würde ich in israel nicht unbedingt einer frau die hand reichen, weil es es sich nicht gehört. von einer umarmung mal ganz abgesehen. und dann wäre da noch der französische teil der familie, der meiner frau, der immer gleich drauf los küsst und umarmt. auch bei der freundin/geschäftspartnerin meiner frau die portugiesin ist wird gedrückt und geküsst. das ist normal. ich sehe das glaube wie asrai. mir macht das nichts aus. ein paar tage bevor du diesen eintrag geschrieben hast beobachtete ich einen mann im supermarkt der einen anderen mann der dicht hinter ihm stand bat bitte ein wenig zurück zu treten. gut, der mann stand wirklich sehr nah hinter ihm, aber der ton in dem er es sagte, der war auch nicht ohne.
ich kann die nähe anderer glaube ganz gut aushalten, das liegt vielleicht auch an meiner arbeit, da behinderte menschen oft sehr distanzlos sind. _________________
"To do is to be." - Platon
"To be is to do." - Kant
"Do be do be do." - Herr John
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Herr John
Moderator
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Fr Aug 21, 2009 22:11
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hm, sowas kommt bei mir ganz auf die situation an.
ich kann mich an meine bahn-fahr-zeit erinnern, da war mir das oft extrem unangenehm, neben jemandem zu sitzen. so auch auf der arbeit, damals, wenn leute während des gesprächs zu dicht aufgerückt sind.. damit habe ich allgemein ein problem, wenn jemand beim reden ganz nah an mit dem gesicht an mein gesicht herankommt, dann fühle ich mich extrem gestört und möchte das gespräch am liebsten abbrechen. das liegt vermutlich an meiner eigenen unsicherheit. ich beobachte das vor allem auch beim direkten kontakt zu nur einem anderen menschen.
stehe ich zum beispiel beim konzert mitten in der menge, gedrückt und angerempelt, fühle ich mich extrem wohl!
kommt immer darauf an, wie persönlich die situation ist, und wie verletzlich und unsicher ich mich fühle.
so fühle ich mich z.b. im verhältnis zu meiner mutter zurzeit extrem unsicher und verletzlich, von ihr, einem sehr vertrauten menschen, kann ich zurzeit keine umarmungen ertragen. _________________ wortlos. |
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silberkätzchen
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Fr Aug 21, 2009 23:02
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| silberkätzchen hat folgendes geschrieben: | | wenn jemand beim reden ganz nah an mit dem gesicht an mein gesicht herankommt, dann fühle ich mich extrem gestört und möchte das gespräch am liebsten abbrechen. das liegt vermutlich an meiner eigenen unsicherheit. ich beobachte das vor allem auch beim direkten kontakt zu nur einem anderen menschen. |
ich glaube (dass, ich das irgendwo gelesen habe), dass das aber auch daran liegt, dass man keinen richtigen augenkontakt dann herstellen kann, wenn jemand zu dicht ist. _________________ Wenn ich jemanden sehe, der etwas erlebt, erlebe ich es dann auch?
Bánk
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Elin
Moderator
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Sa Aug 22, 2009 21:16
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Da ich gerade ein wenig durch dieses Forum stöbere, beteilige ich mich auch mal an dieser Diskussion. Aaaalso... ich bin ein sehr "berührungsintensiver" Mensch, falls ich das Wort in diesem Kontext so benutzen kann. Das heißt, ich brauche den Körperkontakt zu anderen Menschen, um mich auf Dauer wohl zu fühlen. Das heißt natürlich nicht, dass ich wildfremden Menschen auf der Straße um den Hals falle, aber ich umarme gern und viel meine engsten Vertrauten, Familie und Freunde. Auch bei Leuten, die ich nicht oder nocht nicht so gut kenne, habe ich kein Problem damit, diese, sofern Sympathie besteht, zur Begrüßung oder zum Abschied zu umarmen. Auch kleine Berührungen spielen eine große Rolle - natürlich fasse ich niemanden an, wenn ich merke, dass derjenige es nicht mag oder wenn das in der Situation unpassend wäre, aber in bestimmten Gesprächssituationen untermale ich, manchmal auch rein instinktiv und unwillentlich, meine Worte mit Gesten und Berührungen. Indem ich z.B. jemanem die Hand auf die Schulter lege oder über den Arm streichele (z.B. wenn ich Trost spenden möchte).
Was ich nicht so sehr gewohnt bin, ist, andere z.B. zur Begrüßung zu küssen. Auch wenn es nur auf die Wange ist, fühle ich mich dabei etwas seltsam und tue es auch nie von mir aus, außer bei sehr nahestehenden Personen. Ein Kuss besitzt für mich eine völlig andere Intimität und Bedeutung als eine Berührung. _________________ Ich war ein wahnsinniges Pferd im Auge der Ewigkeit
Später lag ich da und schaute zum Himmel.
Und die Sonne streckte die Hand in mein Herz.
Und entzündete die Zauberflamme...
Einar Már Guðmundsson - aus "Englar alheimsins" |
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Herbstzeitlose
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Sa Jan 09, 2010 16:41
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